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Ertragswertverfahren – Immobilien-Lexikon | Affelski Immobilienmanagement
Bewertung & Gutachten

Ertragswertverfahren

Das Ertragswertverfahren bewertet eine Immobilie anhand der erzielbaren Mieteinnahmen. Es ist das wichtigste Verfahren für Renditeobjekte wie Mehrfamilienhäuser, Gewerbeimmobilien und vermietete Wohnungen.

Ausführliche Erklärung

Das Ertragswertverfahren ist nach §§ 17–20 ImmoWertV das zentrale Bewertungsverfahren für ertragsorientierten Immobilienbesitz. Der Wert einer Immobilie ergibt sich aus ihrer Fähigkeit, nachhaltige Erträge zu erwirtschaften.

Grundprinzip

Der Gesamtbetriebs- oder Reinertrag einer Immobilie wird kapitalisiert (auf die Gegenwart abgezinst) und mit dem Bodenwert addiert. Der Abzinsungsfaktor hängt vom Liegenschaftszinssatz ab.

Berechnungsschritte

1. Jahresrohertrag: Tatsächliche oder marktübliche Miete × 12

2. Bewirtschaftungskosten: Verwaltung, Instandhaltung, Mietausfall (~20–30 % des Rohertrags)

3. Jahresreinertrag: Jahresrohertrag − Bewirtschaftungskosten

4. Bodenwertverzinsung: Bodenwert × Liegenschaftszinssatz

5. Gebäudereinertrag: Jahresreinertrag − Bodenwertverzinsung

6. Gebäudeertragswert: Gebäudereinertrag × Vervielfältiger (abhängig von Restnutzungsdauer und Liegenschaftszinssatz)

7. Ertragswert: Gebäudeertragswert + Bodenwert

Praxisbeispiel

Mehrfamilienhaus mit 6 Wohnungen, Jahreskaltmiete 48.000 €, Bewirtschaftungskosten 25 %:
- Jahresreinertrag: 48.000 × 0,75 = 36.000 €
- Bodenwert: 400 m² × 400 €/m² = 160.000 €
- Bodenwertverzinsung (Liegenschaftszinssatz 3,5 %): 5.600 €
- Gebäudereinertrag: 36.000 − 5.600 = 30.400 €
- Vervielfältiger (50 Jahre RND, 3,5 %): ca. 22,9
- Gebäudeertragswert: 30.400 × 22,9 = 696.160 €
- Ertragswert gesamt: ca. 856.000 €

Häufige Fragen

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