Liegenschaftszinssatz
Der Liegenschaftszinssatz ist der Zinssatz, mit dem der Reinertrag einer Immobilie im Ertragswertverfahren auf den Gegenwartswert abgezinst wird. Er spiegelt die marktübliche Renditeerwartung für eine bestimmte Immobilienart wider.
Ausführliche Erklärung
Der Liegenschaftszinssatz (§ 14 ImmoWertV) ist eine der wichtigsten Größen bei der Ertragswertermittlung. Er drückt aus, welche Verzinsung ein Investor bei einer bestimmten Immobilienart in einer bestimmten Lage marktüblich erwartet.
Ermittlung und Veröffentlichung
Die Gutachterausschüsse leiten den Liegenschaftszinssatz aus dem Markt ab – indem sie den Ertragswert von Vergleichsobjekten zurückrechnen. Die Ergebnisse werden als Liegenschaftszinssätze in den Grundstücksmarktberichten veröffentlicht.
Typische Werte (Deutschland 2024)
| Objektart | Liegenschaftszinssatz (ca.) |
|---|---|
| Mehrfamilienhäuser (A-Lage) | 2,0 – 3,5 % |
| Mehrfamilienhäuser (B/C-Lage) | 3,5 – 5,5 % |
| Gewerbeimmobilien | 4,5 – 7,0 % |
| Eigentumswohnungen | 2,5 – 4,0 % |
Einfluss auf den Ertragswert
Ein niedriger Liegenschaftszinssatz bedeutet eine höhere Wertschätzung der Erträge → höherer Ertragswert. Ein hoher Liegenschaftszinssatz bedeutet höhere Risikoerwartung → niedrigerer Ertragswert.
Praxisbeispiel
Häufige Fragen
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